Parasiten gehören zu den häufigsten, aber auch am meisten unterschätzten Gesundheitsrisiken beim Pferd. Ein gewisser Kontakt mit Parasiten ist unvermeidbar – problematisch wird es, wenn die Belastung zu hoch wird oder Entwurmungsstrategien falsch eingesetzt werden.
Diese Seite erklärt verständlich, welche Parasiten beim Pferd relevant sind, wie sie erkannt werden können und warum moderne Entwurmung heute anders funktioniert als früher.
Inhaltsverzeichnis
- 1) Welche Parasiten kommen beim Pferd vor?
- 2) Mögliche Symptome eines Parasitenbefalls
- 3) Kotprobe: Wann sie sinnvoll ist
- 4) Entwurmung – was heute empfohlen wird
- 5) Warum Resistenzen ein echtes Problem sind
- 6) Parasitenmanagement im Stall
- FAQ
1) Welche Parasiten kommen beim Pferd vor?
Bei Pferden spielen vor allem Magen-Darm-Parasiten eine Rolle. Zu den wichtigsten Gruppen zählen:
- Kleine Strongyliden (Cyathostominae) – sehr häufig, besonders relevant durch Larvenruhe im Darm
- Große Strongyliden – heute seltener, können aber schwere Gefäßschäden verursachen
- Spulwürmer (v. a. bei Jungpferden)
- Bandwürmer – oft unauffällig, können aber Koliken begünstigen
- Magendasseln – Larven von Fliegen, saisonal relevant
Nicht jeder Nachweis bedeutet automatisch eine Erkrankung. Entscheidend ist die Menge und die Situation des einzelnen Pferdes.
2) Mögliche Symptome eines Parasitenbefalls
Ein Parasitenbefall verläuft oft lange unauffällig. Mögliche Hinweise können sein:
- ungeklärter Gewichtsverlust oder schlechte Kondition
- stumpfes Fell, Fellwechselprobleme
- wiederkehrende Koliken oder Verdauungsstörungen
- Durchfall oder wechselnde Kotkonsistenz
- Leistungsabfall, Mattigkeit
Diese Symptome sind unspezifisch und können viele Ursachen haben. Sie sollten daher immer im Gesamtzusammenhang betrachtet werden.
Mehr zur Einordnung von Bauchschmerzen findest du hier:
Kolik beim Pferd.
3) Kotprobe: Wann sie sinnvoll ist
Die Kotprobe ist heute ein zentrales Werkzeug im Parasitenmanagement. Sie zeigt, ob und in welcher Menge bestimmte Wurmeier ausgeschieden werden.
Was zeigt eine Kotprobe?
- Hinweis auf Eier von Strongyliden
- Orientierung über die Ausscheidungsmenge
- Grundlage für eine gezielte Entwurmung
Wichtig: Nicht alle Parasiten (z. B. Bandwürmer oder ruhende Larven) werden zuverlässig über Standard-Kotproben erfasst. Die Interpretation sollte daher immer fachlich erfolgen.
4) Entwurmung – was heute empfohlen wird
Früher wurde häufig routinemäßig mehrmals pro Jahr entwurmt. Heute gilt dieses Vorgehen als problematisch, da es die Entstehung von Resistenzen begünstigt.
Moderne Konzepte setzen auf:
- gezielte Entwurmung auf Basis von Kotproben
- Berücksichtigung von Alter, Haltung und Weidemanagement
- strategische Behandlungen zu bestimmten Jahreszeiten
Welche Strategie sinnvoll ist, hängt stark vom Betrieb und vom einzelnen Pferd ab.
5) Warum Resistenzen ein echtes Problem sind
Resistenzen entstehen, wenn Parasiten wiederholt mit Wirkstoffen in Kontakt kommen, ohne vollständig abgetötet zu werden. Dies kann dazu führen, dass gängige Entwurmungsmittel ihre Wirkung verlieren.
Einmal entstandene Resistenzen lassen sich kaum rückgängig machen. Deshalb ist ein zurückhaltender und gezielter Einsatz von Entwurmungsmitteln entscheidend.
6) Parasitenmanagement im Stall
Neben Kotprobe und Entwurmung spielt das Management eine zentrale Rolle:
- regelmäßiges Abäppeln von Weiden
- angepasste Besatzdichte
- Weidewechsel und Ruhezeiten
- altersgerechte Gruppenhaltung
- saubere Futter- und Tränkestellen
Ein gutes Management kann den Infektionsdruck deutlich senken – oft wirksamer als häufige Entwurmungen.
FAQ
Muss jedes Pferd regelmäßig entwurmt werden?
Nein. Viele Pferde scheiden nur wenige Eier aus. Ob und wann entwurmt werden sollte, hängt vom individuellen Befund und vom Haltungsumfeld ab.
Kann ich Parasiten allein über Symptome erkennen?
Nein. Symptome sind unspezifisch. Eine Kotprobe ist die einzige Möglichkeit, einen Befall objektiv zu beurteilen.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Parasiten und Kolik?
Ja. Bestimmte Parasiten können Koliken begünstigen, insbesondere bei hoher Belastung oder nach unsachgemäßer Entwurmung.